Klosterarbeiten

 

Ederarbeit im Schrein

Von Bayern ausgehend erleben die Klosterarbeiten seit etwa 30 Jahren auch in Österreich eine Renaissance. Aus kleinen Anfängen entstand die Werkgruppe Klosterarbeiten, die seit 2001 unter dem Dach des Oberösterreichischen Volksbildungswerkes steht. In zahlreichen Kursen wird auf hohem Niveau das traditionelle Kunsthandwerk gepflegt, wobei die Kursleiterinnen von Anfang an auf guten Stil, tadellose Technik und hochwertiges Material achteten. Auf vielen Exkursionen und Studienreisen wird regelmäßig das Wissen erweitert, um der großen Vielfalt der so genannten “Schönen Arbeiten” Rechnung zu tragen. Das Spektrum umfasst neben den üblichen Bildern in Golddrahtarbeit auch Fatschenkinder, kleine Könige und Trösterlein, Krüllarbeiten, Altarsträuße in verschiedener Manier, Ostensorien, verschiedenartige Reliquienbehälter, Applikationsarbeiten und vieles mehr. Die erlernten Techniken nutzen wir gelegentlich auch für profane Arbeiten, wie etwa für Eier im Stil von Faberge, für Brautkronen, Goldhaubensträußchen und dergleichen.

Seit Mai 2014 ist die Werkgruppe Klosterarbeiten Träger des EBQ-Siegels. Diese Auszeichnung wird aufgrund eines aufwändigen Verfahrens, welches hohe Kriterien für die Erwachsenenbildung festlegt, verliehen. Gute Teamarbeit, Vorbereitung und einwandfreies Arbeiten sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Auditierung. Wir sind stolz, die Anforderung dieser Zertifizierung zu entsprechen und verpflichten uns dadurch auch weiterhin unsere Kursteilnehmer auf hohen Niveau weiterzubilden.

Mit Juli 2019 wurde das Projekt Klosterarbeiten in die Liste der Good Practice Beispiele der Österreichischen UNESCO-Kommision aufgenommen:

Folgendes schrieb uns die UNESCO-Kommission:

„…die Österreichische UNESCO-Kommission freut sich, Ihnen mitteilen zu können, dass das Projekt Klosterarbeiten von der Österreichischen UNESCO-Kommission gemeinsam mit den Expert*innen des Fachbeirats für das immaterielle Kulturerbe als Beispiel Guter Praxis ausgezeichnet wird. Das Projekt entspricht den Grundsätzen und Zielen des UNESCO Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes von 2003 in besonderer Weise.
Ausschlaggebend für die Auszeichnung waren vor allem die umfassenden Dokumentations-, Forschungs-, und Vermittlungstätigkeiten der Werkgruppe Klosterarbeiten, die dazu geführt haben, dass das traditionsreiche Kunsthandwerk wieder vermehrt praktiziert wird. Die vom Verein gesetzten Maßnahmen zur kreativen Weitergabe dieser komplizierten, historischen Techniken sowie deren Präsentation in Ausstellungen haben Modellcharakter und tragen wesentlich zur nachhaltigen Pflege des immateriellen Kulturerbes bei.“